Ein Soldat sucht Frau und merkt schnell, dass die Schweizer Armee und das Liebesleben nicht immer im gleichen Takt marschieren. Die Schweiz ist eines der letzten Länder Europas mit einer echten Milizarmee: Rund 100'000 Angehörige leisten jährlich Dienst, die meisten davon neben ihrem zivilen Beruf.
Die Rekrutenschule reisst junge Männer für 18 Wochen aus ihrem Alltag, Wiederholungskurse fressen jedes Jahr drei weitere Wochen, und Durchdiener verschwinden gleich für elf Monate am Stück. Während dieser Zeit herrscht Kasernenpflicht, der Handy-Empfang ist löchrig, und spontane Dates gehören ins Reich der Fantasie. Wer als Soldat eine Partnerin finden will, braucht mehr als Charme in Uniform. Er braucht eine Frau, die versteht, dass Dienstpflicht keine Ausrede ist, sondern Gesetz.
Dieser Artikel zeigt, wie Soldaten in der Schweiz trotzdem die Liebe finden, welche besonderen Hürden das Miliz-System mit sich bringt und warum Verständnis die wichtigste Eigenschaft beim Dating ist.
Miliz, Durchdiener, Berufsoffizier — drei Dating-Welten
Nicht jeder Soldat ist gleich. In der Schweizer Armee gibt es drei grundlegend verschiedene Dienstmodelle, und jedes hat eigene Auswirkungen auf die Partnersuche.
Der Milizsoldat ist der Normalfall. Er absolviert die Rekrutenschule, 18 Wochen Grundausbildung auf einem Waffenplatz wie Thun, Bière oder Frauenfeld, und kehrt danach in seinen zivilen Beruf zurück. Über die nächsten neun Jahre folgen sechs Wiederholungskurse à drei Wochen. Dazu kommen obligatorische Schiessübungen und bei Kadern zusätzliche Vorbereitungskurse. Im Alltag ist der Milizsoldat ein normaler Bürger: Elektriker, Student, Banker, Bauer. Aber drei Wochen im Jahr gehört er der Armee. Für eine Beziehung bedeutet das: planbare Abwesenheit, aber eben doch Abwesenheit.
Der Durchdiener wählt den anderen Weg. Statt RS plus sechs WK leistet er alle 300 Diensttage am Stück, elf Monate ohne Unterbruch. Für junge Männer zwischen 18 und 20 ist das oft die pragmatische Lösung: einmal durch, dann fertig. Aber für eine Beziehung ist es eine Belastungsprobe. Elf Monate Kaserne, eingeschränkter Kontakt, Wochenenden in Uniform statt auf dem Sofa.
Wer als Durchdiener eine Freundin hat, testet die Beziehung auf Herz und Nieren. Wer als Durchdiener eine Frau sucht, hat elf Monate lang kaum Gelegenheit dazu.
Dann gibt es die Berufsoffiziere und Berufsmilitärs. Sie haben die Armee zum Beruf gemacht, mit regulären Arbeitszeiten, aber auch mit Übungen, Einsätzen und Führungsverantwortung, die über den Achtstundentag hinausgeht. Berufsoffiziere sind oft auf Waffenplätzen stationiert, die fernab der grossen Städte liegen. Dafür bieten sie Stabilität: ein festes Einkommen, eine klare Karriere und die Gewissheit, dass der Dienst Berufung ist.
Wo Soldaten Frauen kennenlernen
Die Kaserne ist kein Dating-Hotspot. Während RS und WK leben Soldaten in einer geschlossenen Welt: Tagwache um sechs, Dienst bis abends, Ausgang nur am Wochenende. Wer unter der Woche in Frauenfeld auf dem Waffenplatz steckt, hat keine Möglichkeit, abends in Zürich ein Date wahrzunehmen.
Der Ausgang am Wochenende ist für viele Rekruten und WK-Soldaten die einzige Gelegenheit für soziale Kontakte ausserhalb der Armee. Aber nach einer Woche Drill, Märschen und Schiessübungen ist die Energie begrenzt. Viele fahren am Freitagabend nach Hause und wollen vor allem eines: schlafen.
Online-Dating wird deshalb für Soldaten zum wichtigsten Kanal. Plattformen wie blaulichtsingles.ch sind ideal, weil sie Menschen zusammenbringen, die Abwesenheit und Dienstpflicht aus eigener Erfahrung kennen. Eine Nachricht kann auch sonntags um 22 Uhr aus der Kaserne geschrieben werden, vorausgesetzt, das Handy hat Empfang. Es gibt keinen Druck, sofort zu antworten, und keine enttäuschten Blicke, wenn ein Date wegen eines Aufgebots verschoben werden muss.
Der Kameradenkreis hat ebenfalls Potenzial. Wer jahrelang mit denselben Leuten im WK dient, baut ein Netzwerk auf. Kameraden haben Schwestern, Kolleginnen, Freundinnen von Freundinnen. In ländlichen Gebieten der Schweiz funktioniert dieses informelle Netz oft besser als jede App.
Auch Armeeanlässe bieten Gelegenheiten. Vereidigungsfeiern, Tage der offenen Tür auf Waffenplätzen, Armeebälle in einzelnen Kantonen. Das sind Momente, in denen Soldaten in einem positiven Licht erscheinen und auf Menschen ausserhalb der Armee treffen.





