Grandjean und Ott ermittelten am 3. Mai in Zürichs dunkelsten Milieus. Elf Fälle, sechs Jahre — «Könige der Nacht» war der härteste Test für das Duo bisher. Was Kritiker sagen, und warum der Fall ungewohnte Fragen stellt.
Grandjean und Ott im elften Fall: «Könige der Nacht»
Aus der Limmat wurde ein Toter geborgen. Ruben Jovanov, 22, Sexarbeiter, ermordet. Einzige Zeugin ist Moya Alemu — eine junge Äthiopierin ohne Aufenthaltsbewilligung, die als Velokurierin durch Zürich fährt. Würde sie aussagen, riskiert sie die Abschiebung.
Grandjean und Ott standen vor einem Problem, das das Gesetz nicht löst: Wie schützt man jemanden, den der Rechtsstaat offiziell nicht sieht?
Der Fall zog die beiden quer durch Zürich — von der Langstrasse bis ins Obergericht. Der Täter kam Moya näher. Grandjean und Ott kämpften gegen einen Mörder und gegen ein Migrationsrecht, das ihnen im Weg stand.
Warum dieser Fall das Duo auf die Probe stellte
Sechs Jahre, elf Fälle. Die beiden kennen sich gut genug, um zu wissen, wann die andere falsch liegt.
Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) analysiert, hält Distanz, so lange es geht. Tessa Ott (Carol Schuler) stellt die Fragen, die unangenehm sind. Das ist kein Gegensatz — das ist ihre Methode. Und sie funktioniert gerade dann, wenn der Fall keine saubere Antwort hat.
«Könige der Nacht» hatte keine. Für einen TV-Krimi ist das ungewöhnlich.
Regie führte Claudio Fäh, 25 Jahre Hollywood-Erfahrung, zuletzt die vierte «Wilder»-Staffel. Als Gäste: Nambitha Ben-Mazwi («Black Mirror») als Moya Alemu, Basil Eidenbenz («The Witcher», «Maxton Hall») als Praktikant Justus Reynier.
Was Kritiker sagen
Die Reaktionen gehen auseinander. tittelbach.tv lobt die Anlage des Films und beide Hauptdarstellerinnen — besonders Ben-Mazwi als Moya. Kritik gibt es an zu vielen Zufällen und einem flach gezeichneten Antagonisten.
Web.de ist schärfer: Die Asylpolitik-Kritik wirke «wie ein exotischer Farbtupfer», nicht wie ein durchgehendes Thema. Ein Film, der mehr versprach als er hielt.
Was beide übereinstimmend schreiben: Grandjean und Ott tragen den Film. Sechs Jahre Zusammenarbeit — das merkt man.
Sendetermin und danach
«Tatort» Zürich «Könige der Nacht» lief am Sonntag, 3. Mai 2026: 20:05 Uhr auf SRF 1 und Play SRF, 20:15 Uhr auf Das Erste. Der Film ist jetzt auf Play SRF abrufbar.
Danach Sommerpause — 19 Wochen, die längste in der Geschichte der Reihe. Grandjean und Ott kommen erst im Herbst zurück, wenn der zwölfte Zürcher Fall «Schuldig» ausgestrahlt wird.
Weitere Artikel: Anna Pieri Zuercher in «Könige der Nacht» und Carol Schuler als Tessa Ott.
Alle Artikel zur Serie: Tatort Zürich auf blaulichtsingles.ch.




