Weihnachten in Zürich, ein Toter in der Kanalisation, eine antike Münze im Mund. Kommissarin Grandjean (Anna Pieri Zuercher) muss sich eine unangenehme Frage stellen: Hat sie vor Jahren den Falschen verhaftet?
Anna Pieri Zuercher im Tatort Zürich
In «Fährmann», dem achten Zürcher Tatort, steht Anna Pieri Zuercher so allein da wie in keiner Folge davor. Sie bricht die Regeln. Sie schweigt gegenüber ihrer Partnerin Tessa Ott (Carol Schuler). Und sie lässt sich auf einen Mann ein, der ihr am Ende fast das Leben kostet.
Die Premiere am 22. Dezember 2024 auf Das Erste sahen 6,78 Millionen Zuschauer. Marktanteil: 24,6 Prozent.
Charon, Schierling und eine Münze aus der Unterwelt
Unter einer Sihl-Brücke wird eine Leiche gefunden, im Mund eine antike Münze. Der Obolus des Charon, in der griechischen Mythologie der Fährlohn für die Überfahrt in die Unterwelt. Grandjean kennt das Muster: Vor Jahren hat sie in La Chaux-de-Fonds in einem fast identischen Fall ermittelt. Damals verhaftete sie einen Verdächtigen. War es wirklich der richtige?
Auf dem Weihnachtsmarkt begegnet sie Marek Godecki (Lucas Gregorowicz), einem polnischen Charmeur mit eigener Agenda. Sie verbringt eine Nacht mit ihm und ermittelt anschliessend hinter dem Rücken ihrer Partnerin weiter. Beweismittel werden manipuliert, das Verfahren steht auf der Kippe.
Am Ende vergiftet Marek sie mit Schierling.
Warum sich «Fährmann» in der Sommerpause lohnt
Regisseur Michael Schaerer und die Drehbuchautoren Lorenz Langenegger und Stefan Brunner lösen sich hier vom üblichen Tatort-Schema. Grandjean ist in dieser Folge keine Identifikationsfigur, sondern eine Ermittlerin, die ihr Urteilsvermögen verliert. Das ist unangenehm anzusehen, und genau deshalb funktioniert die Folge.
In der Sommerpause 2026 ist «Fährmann» auf Play SRF verfügbar. Der nächste neue Zürcher Fall, «Schuldig» mit Gaststar Ronald Zehrfeld, ist für Herbst 2026 angekündigt.
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