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«Tatort» Zürich hat Carol Schuler als Kommissarin Tessa Ott bekannt gemacht — doch jetzt beweist die Schweizer Schauspielerin ihr Talent auf internationaler Bühne. Als Felice Bauer, die Verlobte von Franz Kafka, steht sie in einem Film, der für den Oscar 2026 kandidiert.
«Tatort» Zürich: Carol Schuler auf dem Weg zum Oscar
Es ist eine der bemerkenswertesten Karrierebewegungen der Schweizer Schauspielszene: Carol Schuler, bekannt als Kommissarin Tessa Ott aus dem Zürcher «Tatort», hat eine Hauptrolle im international besetzten Kinofilm «Franz K.» ergattert. Darin verkörpert sie Felice Bauer (1887–1960), die erste Verlobte des Prager Schriftstellers Franz Kafka.
Der Film wurde von der renommierten polnischen Regisseurin Agnieszka Holland (76) inszeniert, die mit Werken wie «Europa Europa» und «Hitlerjunge Salomon» Weltruhm erlangt hat. Polen hat «Franz K.» als offiziellen Beitrag für die Oscar-Kategorie Internationaler Film 2026 eingereicht — eine enorme Bühne für die Winterthurerin.
Im Interview mit dem Blick erklärte Carol Schuler, wie sie zur Rolle gekommen ist: «Recht unspektakulär, durch eine Anfrage von Castingdirektorin Alexandra Montag. Und nach dem Vorsprechen bekam ich recht schnell eine Zusage.» Doch die Freude über die Zusage war riesig: «Natürlich war die Möglichkeit, mit einer solch renommierten Regisseurin arbeiten zu können, eine seltene Chance.»
Kafka und «Love-Bombing» — eine historische Liebesgeschichte
Die Beziehung zwischen Franz Kafka und Felice Bauer war alles andere als gewöhnlich. Kafka schrieb seiner Verlobten in nur zwei Jahren über fünfhundert Briefe — eine Intensität, die Carol Schuler in modernen Begriffen einordnet: «Heute würde man das als ‹Love-Bombing› bezeichnen.»
Für Schuler ist Kafka kein fremdes Terrain. Sie las ihn bereits mit 16 Jahren freiwillig, beginnend mit «Die Verwandlung»: «Ich fand Kafka immer faszinierend.» Diese persönliche Verbundenheit mit dem Stoff bringt sie in die Rolle — und macht ihre Darstellung der Felice Bauer authentisch.
Die Geschichte von Kafka und Bauer spiegelt laut Schuler auch heutige gesellschaftliche Entwicklungen wider. In Zeiten des politischen Rechtsrucks in Europa, den die Schauspielerin kritisch beobachtet, wirken Kafkas Themen von Bürokratie, Entfremdung und individueller Freiheit aktueller denn je.
Berlin, Zürich — und jetzt die internationale Kinoleinwand
Carol Schuler lebt zwar heute in Berlin, ist aber der Schweiz treu geblieben — nicht zuletzt durch ihre Rolle als Tessa Ott im Zürcher «Tatort». Auf Instagram (@carol.schuler) teilt sie regelmässig Einblicke in ihren Alltag als Schauspielerin und Musikerin.
Denn Schuler ist mehr als nur eine TV-Kommissarin: 2024 veröffentlichte sie ihre eigene EP «Chaos and Closure» — ein weiterer Beweis für ihr künstlerisches Doppelleben. Mit «Franz K.» kommt nun die internationale Dimension dazu.
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