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Anna Pieri Zuercher, bekannt als «Tatort» Zürich-Kommissarin Isabelle Grandjean, überraschte die Schweizer Filmwelt mit ihrem ersten eigenen Regieprojekt. Als Polizistin auf dem Bildschirm kennt sie jeder — doch hinter der Kamera zeigt sie eine ganz neue Seite.
«Tatort» Zürich trifft Schweizer Filmpreis — Anna Pieri Zuercherregie-Debüt
Wenn man Anna Pieri Zuercher (47) aus dem «Tatort» Zürich kennt, denkt man sofort an die kühle, analytische Kommissarin Isabelle Grandjean. Doch die in Biel geborene Schauspielerin hat eine weitere Seite entdeckt: die Regisseurin. Mit «Cherubs», einem 13-minütigen Kurzfilm, den sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Pietro Zuercher (50) co-inszeniert hat, feierte sie ein beeindruckendes Debüt hinter der Kamera.
Der englischsprachige Film erzählt die Geschichte zweier Schutzengel, die aus dem Himmel verbannt wurden und nun den Auftrag haben, den Tod von Selbstmördern für die Ewigkeit zu dokumentieren. «Der Kampf zwischen Gut und Böse beschäftigt mich seit längerem», erklärt die Schauspielerin. Persönlicher geht es kaum: In «Cherubs» verarbeitet Anna auch den Tod ihres Vaters — ein mutiges Bekenntnis, das dem Film emotionale Tiefe verleiht.
Das Ergebnis überzeugte nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury des Schweizer Filmpreises 2026. Für die Nominierung in der Kategorie «Bester Kurzfilm» reagierten Anna und Pietro mit überwältigter Freude: «Wir waren zugleich überrascht und überglücklich über diese Nominierung. Sie ist eine wunderbare Anerkennung unserer Arbeit.»
Ehe als kreative Partnerschaft
Das Ehepaar Zuercher lebt im Waadtland — und bringt seine Stärken gezielt zusammen. Pietro ist erfahrener Kameramann, Anna bringt ihre jahrzehntelange Schauspiel-Erfahrung ein. Was bei anderen Paaren zu Reibungen führen könnte, wird hier zur gegenseitigen Ergänzung. «Diese Nominierung ermutigt uns sehr und gibt uns Vertrauen für die Zukunft», betonte Anna nach der Bekanntgabe.
Die filmische Zusammenarbeit öffnet auch neue Türen: Dank der mit der Nominierung verbundenen finanziellen Unterstützung können die beiden «Cherubs» bei internationalen Festivals persönlich vorstellen — im April etwa am Brüsseler BIFFF und beim Beverly Hills Film Festival. «Es ist für uns sehr wertvoll, das Publikum zu treffen, uns auszutauschen und das Projekt lebendig werden zu lassen.»
Bereits an den Solothurner Filmtagen und am NIFFF in Neuenburg lief «Cherubs» mit grosser Resonanz. Was das Publikum besonders bewegt: «Wenn wir hören, dass etwas bleibt, dass der Film sie weiter begleitet und in ihnen nachwirkt — das ist das schönste Feedback, das wir erhalten können.»
«Tatort»-Kollegin Carol Schuler singt im Film
Ein besonderes Detail: Auch «Tatort» Zürich-Partnerin Carol Schuler (39) hat einen Auftritt in «Cherubs». Die Sängerin und Schauspielerin leiht dem Film am Ende ihre Stimme und singt ein Lied — eine wunderbare Verbindung der beiden Kommissarinnen ausserhalb des Polizeireviers.
Neben Carol Schuler spielen Martha Benedict (27) als Engel Montmartre und Richard Sammel (65) als Engel Gottlieb die Hauptrollen. Die kreative Besetzung zeigt, wie gut Anna Pieri Zuercher ihr Netzwerk zu nutzen weiss.
Aus derselben Serie empfehlen wir auch Carol Schuler als Kafkas Verlobte im Oscar-Film «Franz und Carol Schuler — Neue EP und ihr Doppelleben als Musiker — beides Tatort Zürich-Hintergrundgeschichten jenseits der Folgen.
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