Carol Schuler beim Filmfest München: Blackout, Saltos und Schiller
Carol Schuler (39) ist dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Filmfest München. Am Rande einer Veranstaltung am Starnberger See hat die Tatort-Zürich-Kommissarin erzählt, was sie dort begeistert. Und sie hat eine ziemlich peinliche Casting-Panne aus ihren Anfangsjahren ausgegraben.
Die Casting-Panne: Blackout mitten in Schiller
Bei einem Theater-Casting sollte Carol Schuler eine Szene aus Friedrich Schillers «Don Carlos» vorsprechen. Nach dem ersten Satz war der Text weg. Kompletter Blackout. «Dann versuchte ich, Schiller zu improvisieren. Das ist nicht so leicht», sagt die Schweizerin und lacht.
Also flüchtete sie sich in Physical Comedy: «Da hab ich mich so ein bisschen in Physical Comedy geflüchtet und ein paar Überschläge gemacht, ein paar Saltos und sowas.» Genutzt hat der spontane Körpereinsatz nichts. Die Rolle war weg. Heute kann sie darüber lachen.
Das Schöne am Filmfest ist für sie: Sie trifft die Casting-Direktorinnen und -Direktoren diesmal «ohne den Druck von einem Casting». Ungewohnt entspannt für eine Schauspielerin, für die Vorsprechen sonst eher Ausnahmezustand bedeuten.
Herbst-Tatort «Schuldig» — ein inklusiver Krimi
Bei allem Filmfest-Spass hat Carol Schuler auch verraten, was den nächsten Tatort Zürich besonders macht. «Schuldig» läuft im Herbst 2026 auf SRF und im Ersten. Der Hauptdarsteller ist ein Schauspieler mit Down-Syndrom. «Ein inklusiver Krimi», nennt sie den zwölften Tatort Zürich.
Die Dreharbeiten waren für sie «wahnsinnig bereichernde Arbeit». Jetzt ist sie gespannt, «wie das beim Publikum ankommt». Anna Pieri Zuercher steht wieder als Isabelle Grandjean an ihrer Seite.
Am Filmfest München hat Carol Schuler zwei Filme besonders empfohlen: «Identitti» und die Tragikomödie «Schöne Seelen» mit August Diehl und Josef Hader. «Ein besseres Filmpaar habe ich schon lange nicht mehr auf der Leinwand gesehen.»




