Die Dienstgrade der Schweizer Polizei im Überblick
Wer sich für eine Laufbahn bei der Polizei interessiert, stösst schnell auf eine ganze Reihe von Rangbezeichnungen, die stark an das Militär erinnern. Das ist kein Zufall: Die Schweizer Polizeikorps übernehmen ihre Dienstgrade traditionell aus der militärischen Ordnung. Wichtig zu wissen ist von Anfang an, dass die Schweiz keine einheitliche nationale Polizei kennt. Jeder Kanton führt sein eigenes Korps, dazu kommen die grösseren Stadtpolizeien, und jedes dieser Korps legt seine Rangordnung selbst fest.
Trotz kantonaler Unterschiede folgt der Aufbau meist demselben Grundmuster. Von unten nach oben sieht die typische Reihe so aus:
- Aspirant/in – während der Ausbildung an der Polizeischule
- Polizist/in – nach bestandener Grundausbildung
- Gefreiter/Gefreite
- Korporal/in
- Wachtmeister/in – oft in Abstufungen mit besonderen Aufgaben (m.b.A.) oder besonderer Verantwortung (m.b.V.)
- Adjutant/in – teils ebenfalls mit besonderen Aufgaben
- Leutnant/in
- Oberleutnant/in
- Hauptmann/Hauptfrau
- Major/in
- Oberstleutnant/in
- Oberst/in – meist in der Funktion des Kommandanten oder der Kommandantin
Die ersten Stufen bis zum Wachtmeister bilden den Kern des operativen Polizeidiensts. Ab dem Adjutanten beginnt der Übergang in Kader- und Führungsfunktionen, und mit den Offiziersgraden ab Leutnant übernimmt man zunehmend Leitungsverantwortung.
Wie der Aufstieg funktioniert
Anders als in Berufen mit festen Gehaltsstufen ist der Aufstieg bei der Polizei nicht einfach eine Frage der Dienstjahre. Entscheidend sind Eignung, Leistung und vor allem die Funktion, die jemand übernimmt. Wer bereit ist, eine Gruppe zu führen, ein Kommissariat zu leiten oder eine Spezialaufgabe zu übernehmen, rückt entsprechend im Rang auf.
Das bedeutet auch: Zwei Polizistinnen mit gleich vielen Dienstjahren können unterschiedliche Dienstgrade tragen, wenn die eine eine Führungsfunktion übernommen hat und die andere bewusst im operativen Dienst geblieben ist. Beide Wege sind legitim, und beide werden gebraucht.
Der Aufstieg lässt sich allerdings auch bremsen. Disziplinarmassnahmen können eine Beförderung für mehrere Jahre – in der Regel bis zu drei Jahre – hemmen oder im Ernstfall sogar zu einer Rückstufung führen. Der Rang ist also nichts, was man einmal erreicht und dann automatisch behält, sondern bleibt an Leistung und einwandfreies Verhalten geknüpft.







